Morsche Knochen müssen nicht sein
Der Verein Osteoporose Prophylaxe und Früherkennung bot in der Naturheilpraxis Wilhelmy in Kaisersesch eine Messung der Knochendichte per Ultraschall an. Vorstandsmitglied Jürgen Lorz referierte zu dem Thema. Foto: Brigitte Meier

Jürgen Lorz, Verein Osteoporose Prophylaxe und Früherkennung, hielt in Kaisersesch einen Vortrag

KAISERSESCH. Ein Vortrag von Jürgen Lorz, Vorstandsmitglied des Vereins Osteoporose Prophylaxe und Früherkennung (OPF), in der Naturheilpraxis von Margit Wilhelmy und Ellen Berenz-Wilhelmy in Kaisersesch machte deutlich, dass Osteoporose beileibe keine "Altweiber-Krankheit" ist, sondern dass ebenso Männer und junge Menschen "morsche Knochen" haben können.

Am Tag der offenen Tür der Praxis nutzten zudem viele Besucher die Gelegenheit, die Dichte ihrer Knochen messen zu lassen. Der Andrang vor dem speziellen Ultraschallgerät, mit dem eine Mitarbeiterin des Vereins das Ergebnis der Messung sichtbar aufzeichnete, war groß. Zur Messung gehörte auch eine eingehende Beratung.

Jürgen Lorz betonte die Wichtigkeit der regelmäßigen Messung und bedauerte, dass die Krankenkassen die Osteoporose-Früherkennung im Jahr 2000 aus ihren Leistungskatalogen gestrichen haben: "Dabei ist die Früherkennung die einzige Chance, die Volkskrankheit in den Griff zu bekommen." Fast jede dritte Frau nach den Wechseljahren und jeder siebte Mann sind betroffen, rechnete Lorz den Krankenkassen vor, die seiner Meinung nach sehr viel Geld für die Behandlung der Folgekrankheiten von Osteoporose sparen könnten.

Knochenschwund schmerzt nicht und wird oft erst entdeckt, wenn es bereits zu spät ist: bei komplizierten Knochenbrüchen, die zu langer Bettruhe und Pflegebedürftigkeit mit der Folge von Lungenentzündung und Embolie sogar zum Tod führen können. Daher plädierte Lorz für die Messung bereits in jungen Jahren, und bekräftigte dieses Argument, dass der Knochenabbau bereits ab dem 35. Lebensjahr beginnt. Dabei sind die Möglichkeiten, der Osteoporose frühzeitig vorzubeugen, relativ einfach zu verwirklichen.

Gesunde Ernährung, vor allem Salat, Gemüse, Obst, Milchprodukte sowie Vitamin D in Form von Kalzium und viel Bewegung an der frischen Luft helfen nachweislich, die Knochen zu stabilisieren. Schädliche Wirkung haben rauchen, Alkohol und Zucker. "Zu viele Kinder kennen als Getränk nur Cola und Limo. Und die Werbung suggeriert ihnen immer wieder, dass süße Müslisnacks gesünder sind als ein Pausenbrot."

Stabile Knochen sind auch wichtig für den, der wegen anderer Krankheiten starke Medikamente nehmen muss. Cortison, Blutverdünner und Schilddrüsenmittel entziehen den Knochen Kalzium, klärte Lorz die Zuhörer auf. Frauen in den Wechseljahren empfahl er eine Hormonspiegelbestimmung: "Aber lassen Sie sich nicht verwirren. Ob eine Frau Hormone einnehmen muss, ist eine ganz individuelle Entscheidung, die sie mit ihrem Arzt zu treffen hat."

Eindringlich riet Lorz den Gästen in der Kaisersescher Naturheilpraxis, ihre Knochendichte bei schlechten Werten mindestens einmal jährlich, sonst alle zwei bis drei Jahren, messen zu lassen und natürlich ihr Leben auf bessere Ernährung und mehr Bewegung umzustellen.

Anhand von regelmäßigen Messdaten Betroffener, demonstrierte der Referent, dass sich die Werte bei angemessener Lebensweise auch bei älteren Menschen deutlich verbessert haben. (bm)


Rhein-Zeitung - Ausgabe Mittelmosel vom 17.11.2006, Seite 21.