Ein nicht alltäglicher Vortrag des Instituts für psychische Gesundheit (IPG) interessierte die Frauen
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Grenzen setzen, selbst nicht auf der Strecke bleiben: Ein Vortrag der anderen Art boten zwei Heilpraktikerinnen für interessierte Frauen im Rahmen der Veranstaltungsreihe des Instituts für Psychische Gesundheit und der Kreisvolkshochschule.
COCHEM. Mit einem weiteren gemeinsamen Vortrag für Frauen setzten die Heilpraktikerinnen Margit Wilhelmy aus Kaisersesch und Alexa Hilger aus Cochem die Veranstaltungsreihe des Instituts für psychische Gesundheit (IPG) in Zusammenarbeit mit der KVHS fort. Während Margit Wilhelmy die Zuhörerinnen mit der Beschreibung der biblischen Frauengestalten Judit, die Kämpferin, und Hanna, die weise Frau, zum Aktivieren von neuen Kraftquellen motivierte, lud Alexa Hilger die Frauen mit dem Ein- und Auspacken eines "Lebenskoffers" zu einer Reise zu sich selbst ein.
In heutiger Zeit wirkt die blutrünstige Geschichte von Judit, die den feindlichen Holofernes bewusst "mit weiblichen Waffen" außer Gefecht setzt und ihn köpft, um ihr Volk zu befreien, eher befremdlich. Dennoch ermunterte Margit Wilhelmy die rund 20 Zuhörerinnen, sich den Mut und das Selbstbewusstsein Judits zu eigen zu machen: "Sie hat nicht um der Zerstörung Willen gekämpft, sondern, um etwas zu schützen und um Grenzen zu setzen." In ihrer Praxis begegnet sie immer wieder Frauen, die ihre eigenen Bedürfnisse nicht schützen und keine Grenzen aufzeigen: "Sie wollen es allen in der Familie und am Arbeitsplatz recht machen, bleiben aber häufig selbst auf der Strecke." Dass Judit im Kampf ihren weiblichen Charme und ihre Schönheit einsetzt, bedeutet nun nicht, dass intelligente Frauen nichts ausrichten können. "Von Judit lernen wir aber, dass wir unsere eigenen Fähigkeiten erkennen, annehmen und einsetzen müssen", erklärte die Referentin.
Hanna, die weise Frau, wird in der Bibel als die begnadete, hochbetagte Witwe beschrieben, die die "Fäden des Lebens in der Hand hält", erklärte Margit Wilhelmy. Von Hanna können die Frauen lernen, ihrer Weiblichkeit mehr zu vertrauen, also "die besondere Nähe zum Unbewussten", zu Natur und Schöpfung zu nutzen. "Wir sollten mehr auf unsere innere Stimme und unsere Gefühle hören", empfahl die Heilpraktikerin. Schließlich riet sie ihren Zuhörerinnen auch, stolz auf ihren Körper zu sein, aber auch dessen Signale ernst zu nehmen.
Nicht mit Bibelgeschichten, sondern mit der modernen Lust am Verreisen, brachte Alexa Hilger den Frauen ihre Botschaft nahe. Aus einem großen "Lebenskoffer" packte sie viele symbolische Gewichte aus, die alle Menschen auf ihrem Lebensweg "einpacken und mit sich herum schleppen". Steine standen zum Beispiel für Geburt, Herkunft und Familiensituation. Auch Schicksalsschläge wie Trauer um einen geliebten Menschen, große Enttäuschungen, Probleme in Schule und Beruf können schwer wiegen.
Krisen kann man aber auch als Chance begreifen,
demonstrierte Alexa Hilger, indem sie mit den Steinen aus dem "Lebenskoffer"
neue Wege baute. Schließlich riet sie den Frauen, auch die vielen positiven
Seiten des Lebens anzuerkennen und packte aus, zum Beispiel ein Herz, das den
Blick aufs Wesentliche lenkt, einen Hut, der Geborgenheit und Wärme vermittelt,
eine Kerze für Licht, Erkenntnis und Hoffnung, ein Schmetterling, der für
Veränderung steht, eine Blume für die Schönheit der Natur oder eine Clownsnase
für den Humor. (bm)
Rhein-Zeitung - Ausgabe Mittelmosel vom 17.11.2006, Seite 23